Aller Anfang ist schwer - die Seminarwoche!

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Aller Anfang ist schwer - die Seminarwoche!
Montag, 30. September 2019, von Freiwillige(r): Marcel STUHLMACHER

„Nicht so schlimm wie erwartet.“

Dies ist ein Spruch den zahlreiche Personen verwenden, nachdem sie sich einer neuen Herausforderung gestellt haben, welche Ihnen zuvor große Bedenken bereitete. So war es auch bei mir der Fall, bevor die erste Seminarwoche begonnen hat. Einmal mehr in meinem Leben kam ich in eine Gruppe, in der ich keinen der anderen sogenannten „FSJ-ler“ kannte, obwohl ich wusste, dass auch Freunde ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Deutschen Roten Kreuz im selben Zeitraum absolvieren würden – allerdings alle in anderen FSJ-Gruppen. Somit hatte ich weder eine Bezugsperson, noch jemanden, mit dem ich sofort ununterbrochen ein Gespräch führen konnte.

Dies beschreibt jedoch nur den ersten Moment, in dem ich den Raum betrat. Um es vorweg zu nehmen: dieser Eindruck blieb nur kurze Zeit bestehen!

Die Seminarwoche fing Montagmorgen mit einer Kennlernrunde in spielerischer Art und Weise an, wodurch alle Gruppenmitglieder sofort miteinander interagieren konnten und erste kurze Small Talk Runden entstanden. Die angespannte Atmosphäre wurde somit direkt aufgelockert und mir persönlich jeglicher Druck genommen. Ansonsten war es einer der unspektakuläreren Tage der Woche, da verständlicherweise zunächst einmal die reinen Formalien sowie sämtlicher Organisationskram geklärt werden musste. Nach der Mittagspause wurde dann noch vereinzelt auf die grundlegenden Bausteine, die das digitale Jahr mit sich bringt, eingegangen und die weitere Planung für die restliche Woche und die nächsten Monate besprochen.

Der nächste Tag sollte dann schon deutlich spannender werden. Diesmal fand eine Teilung der Gruppe statt, wobei die zwei Seminarthemen parallel zueinander durchgeführt wurden. Meine Gruppe behandelte zuerst den theoretischen Teil, welcher sich um das Thema Pädagogik drehte. Diese Reihenfolge stellte sich im Nachhinein als sehr positiv raus. Während der Einführung in die Pädagogik kamen wir in einer offenen Diskussion besonders auf die Beziehung zwischen Autoritäten und Kindern/ Jugendlichen zu sprechen, wo jeder Einzelne von uns seine persönlichen Erfahrungen mit einbringen konnte. Schließlich wurden die verschiedenen Verhaltensweisen, beispielsweise der Lehrer gegenüber den Schülern, ausführlich und verständlich reflektiert, wodurch ein sinnvolles Ergebnis zustande kam. Nach dem Mittag ereignete sich dann eines meiner persönlichen Highlights dieser Woche. Unter dem Titel „Hans im Glück“ zogen wir in Vierergruppen durch die hallesche Innenstadt, um mit einem Ei und einem Apfelbewaffnet Tauschgeschäfte zu machen, um etwas Höherwertiges zu ergattern. Meiner Gruppe und mir bereitete dies besonders großen Spaß und wir erhielten letztendlich Gegenstände im Wert von ca. fünfzig Euro. Somit endete auch dieser Tag und hinterließ bei mir große Erwartungen für den Rest der Woche.

Am Mittwoch wurde nun der erste große Baustein, welcher in dem Jahr umgesetzt werden kann, über den ganzen Tag hinweg besprochen. Das digitale Storytelling wurde uns dabei interessant erläutert und mit Einzelarbeit an verschieden Beispielen vermischt, wodurch man einen besseren Einblick in das Thema erlangen konnte. Weiterhin haben wir anhand eines Spiels auf unterhaltsame Art uns noch tiefgründiger mit dem Thema Storytelling befasst. Ansonsten war dieser Tag für mich zwar nicht der spannendste der Woche, dennoch durfte ich neue und bereichernde Informationen in Erfahrung bringen. Der Tag war allerdings noch lange nicht zu Ende. Gemeinsam mit der gesamten Truppe gab es am Nachmittag noch eine entspannte Abendveranstaltung, bei der gegrillt, geredet und viel gelacht wurde. Ganz einfach: Wir hatten alle einen sehr witzigen Abend!

Der Donnerstag bot im Gegensatz zum Tag zuvor deutlich mehr Action. Viele werden es sicher aus dem jüngeren Alter noch kennen: die Schnitzeljagd. Oder wie ich aus meiner Schulzeit noch kannte: das sogenannte Geocaching. Bisher war ich immer in der Situation, den Hinweisen zu folgen und das Rätsel zu lösen. Dieses Mal war es für mich allerdings umgekehrt. Zusammen mit vier weiteren Jungs aus der Seminargruppe haben wir uns eine eigene Schnitzeljagd durch Halle ausgedacht, entwickelt und letztlich sogar ausprobiert. Das Ergebnis konnte sich wahrlich sehen lassen und wir hatten enorme Freude daran am Nachmittag unseren Mitstreitern zuzusehen, wie sie unsere Aufgaben erledigten sowie die gestellten Fragen beantworteten.

Ausklingen ließen wir den Tag dann auf der Würfelwiese, wo unser Teamer Michel mithilfe verschiedenster Spiele die Gruppe einmal mehr zum gemeinsamen Interagieren animierte. Dabei zeigte sich für mich immer deutlicher, wie sehr die Gruppe zusammenrückte und die Gruppendynamik anstieg.

Wie im Nu, war dann auch schon der letzte Tag gekommen. Leider, um ehrlich zu sein.

Auch der Freitag verlief eher ruhig und gelassen, wobei uns im ersten Teil zunächst das Deutsche Rote Kreuz mit Hilfe eines Videos und einigen Informationen näher gebracht wurde. Im zweiten Teil behandelten wir ein für mich sehr ansprechendes Thema, nämlich Glück, wobei facettenreich aufgezeigt wurde, was Glück für jeden Einzelnen subjektiv bedeuten kann. Um die Woche unbeschwert enden zu lassen, vergnügten wir uns zum Schluss noch mit ein bis zwei Spielen, die noch einmal für große Unterhaltung sorgten.

Nach Abschluss der Woche, lässt sich auf eine erfolgreiche und gelungene erste Seminarzeit zurück blicken. Von Organisation bis hin zur Wissensvermittlung war alles gut durchdacht und konnte problemlos ablaufen.

Meinerseits sind jegliche Bedenken vollständig verflogen und ich konnte zu den Leuten meiner Gruppe eine gute Bindung  aufbauen. Nicht umsonst verbrachten wir die Abende alle zusammen draußen, wenn nicht sogar bis in die Nacht hinein bei guten Gesprächen. Dies förderte auch immer wieder unsere anfangs schwergängige Gruppendynamik.

Letztlich kann ich nur sagen, dass bei mir schon Vorfreude auf die nächsten Seminarwochen besteht.