Wochenbericht XLV | Logout

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Montag, 22. August 2016, von Freiwillige(r): Nikolas WEIGT

Es ist fast, als wäre es erst gestern gewesen, dass wir zum ersten Begleitseminar in der Medienjugendherberge in Halle begrüßt wurden. Zugleich ist aber doch so viel passiert, dass wir uns schon ewig kennen könnten.

Morgens am 31. August 2015 saßen 29 FSJlerInnen in der Medienjugendherberge Halle (Saale), beäugten interessiert unbekannte und freuten sich über bekannte Gesichter. Naja 29 waren es glaube ich erst etwas später, da bereits am ersten Tag ein paar mit Stau und Bahnverspätungen glänzen konnten, wenn ich mich recht erinnere. :D Kennenlernen, Einführungen in Formalitäten, Regelungen und alles, was das FSJ, das FSJdigital und alles Mögliche betrifft und erstes gemeinsames Arbeiten standen auf dem Plan. Achja. Und Datenschutzbelehrungen. Tut mir ja echt leid, aber die haben wir einfach gehasst. Außerdem bekamen wir ein Stück Technik in die Hand: Das Amazon Fire-Phone...das uns nach nicht all zu langer Zeit auch gleich verriet, warum es kein Marktkracher ist, aber seinen Zweck erfüllte es ganz gut.

Am 4. September war dann diese erste Seminarwoche viel zu schnell vorbei und nach einem Wochenende begann am 7. das Ankommen in den Einsatzstellen...das ich erstmal mit einer glanzvollen Aktion begann und an einem der ersten Tage drei Stunden verschlief – Doch zum Glück konnte ich das Team schnell davon überzeugen, dass das das ganze Gegenteil von dem war, wie ich arbeite (Das muss erwähnt sein, falls hier meine zukünftigen Arbeitgeber reinschauen :P).

Es begann ein Jahr voller Erfahrungen, die sich in Zahlen echt gut anhören: 218 Arbeitstage, 34 Urlaubs- und Arbeitszeitausgleichtage, 39 FSJ-relevante Tage (Seminare und sonstige Termine), ein ganzer Tag ZASt Halberstadt, ca. 61 Stunden in Besprechungen, noch mehr unterwegs zu Gesprächen, Terminen, Fortbildungen und Gremien, 6 Gremiensitzungen, 2 Einzelcoachings und mein Lieblingspunkt von 14 Fortbildungstagen.

In dieser Zeit habe ich den Umzug und die Einweihung der Landesgeschäftsstelle nach und in Magdeburg erlebt, wie ein neues Projekt entstand, MitarbeiterInnen und auch FSJlerInnen kamen und gingen, ein Tag in einer Flüchtlingsunterkunft aussehen kann, Projekte, Gremien und Fortbildungen geplant und durchgeführt werden und aus größtenteils Fremden eine starke Seminargruppe und zum Teil wirklich gute Freunde wurden. Ich habe eine App begleitet vom Zeitpunkt ihres Schlüpfens über die Zeit des Lernens und Verbesserns, des Vorzeigens, Vorstellens und meist vergeblichen Bewerbens bis zu den ersten Flugversuchen, dem Flügge-Werden bei der Veröffentlichung und ersten großen Nutzung am 20. Februar und schlussendlich bis zur Abgabe an das Team Ehrenamt. Ich durfte lernen, wie kleinere Veranstaltungen geplant werden, diese Planung auch selbst in die Hand nehmen, was alles hinter Diskriminierung, Antidiskriminierung, gelingender Kommunikation im Arbeitsalltag oder Veränderungsprozessen und –management steckt. Und nicht zuletzt konnte ich erleben, wie es ist, Teil eines Pilotprojektes und eines Einsatzstellenteams zu sein, als der ich mich unglaublich wohl gefühlt habe.

Und jetzt? Nun, erstmal steht das Abschlussgespräch mit unserem Teamleiter an. Danach gebe ich alle Sachen wie zum Beispiel das Diensthandy bei den Freiwilligendiensten ab und genieße dann Resturlaub und Arbeitszeitausgleich bis zum offiziellen Ende des ersten Zyklus‘ FSJdigital und bis zum Beginn meines Studiums der Medieninformatik.

So viel wie geschehen ist so schwer ist es auch, das zu ordnen und gut zu erzählen. Es war nicht alles perfekt, manches war nicht mal gut. Doch eindeutig mehr war wirklich großartig. Würde ich gerne Sachen nachträglich verändern? Ja. Bereue ich es, das FSJdigital gemacht zu haben? Auf keinen Fall! Kann ich es empfehlen? Wir hatten bereits ein wirklich gutes Jahr, obwohl wir eigentlich „Versuchskaninchen“ waren – unsere NachfolgerInnen werden es noch besser haben. Also ganz klar: Ja.

Alle, mit denen ich zu tun hatte – Mitarbeitenden und Teamern des Betriebsteils Freiwilligendienste, Angestellten des DRK Landesverbandes, insbesondere Mitgliedern des Teams Entwicklung und Projekte, Beauftragten aus den DRK Kreisverbänden, Referenten vor allem denen von VIERfältig – und allen, denen ich sonst so begegnet bin, möchte ich deswegen herzlich für dieses Jahr danken.

So. Reicht jetzt. In den Worten unseres Teamleiters: Ihnen allen eine gute Zeit!