Wochenbericht XXXVI | Von Sonne, Strand und verzweifelter Nahrungssuche

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Wochenbericht XXXVI | Von Sonne, Strand und verzweifelter Nahrungssuche
Dienstag, 21. Juni 2016, von Freiwillige(r): Nikolas WEIGT

Dunkel war’s, der Mond schien helle und ohrenbetäubend leise summten die Motoren zweier Busse auf dem von vielen FSJlerInnen bevölkerten, komplett ausgestorbenen Platz vor dem Freiwilligendienste-Büro in Halle. Nun langt’s aber mit der schlechten Adaption!

Pünktlich 0:30 waren wir in der Nacht von Sonntag auf Montag in die Herrenstraße in Halle gekommen. Koffer und Taschen wurden eingeladen und mit etwas Verspätung startete gegen 1:30 ein Bus voller euphorischer Digis (gemeint sind natürlich wir FSJdigitalerInnen) im Halbschlaf seine etwa 13-stündige Fahrt nach Solferino. Auch Bruce konnte trotz seiner filmischen Allmacht uns kaum vom Schlaf abhalten, sodass wir erst irgendwo zwischen Bayern und Österreich zum ersten Mal wieder alle so richtig wach waren. Dummerweise war damit gerade erst etwas mehr als die halbe Strecke geschafft, aber uns fiel es ja noch nie schwer, Kurzweil zu treiben!

So kamen wir des frühen Nachmittags im kleinen beschaulichen Städtchen Solferino an. Wir besuchten die Ossario di Solferino, in der die Gebeine der Gefallenen der Schlacht von Solferino liegen, die nicht mehr zugeordnet werden konnten, und das Rotkreuzdenkmal auf dem Berg des Ortes, an dem jede nationale Rotkreuz-Organisation durch eine Steinplatte verewigt ist. Selbstverständlich beides mit Gruppenfoto-Time!

Anschließend führte uns der Weg nach Castiglione delle Stiviere, ein kaum größeres Städtchen, das zur Zeit unserer Ankunft bereits im Begriff war, jeden Laden zu schließen, während alle anderen FSJ-Gruppen direkt nach Rimini weiterfuhren. Wir hingegen verbrachten einen Abend mit einer anderthalbstündigen verzweifelten aber vergeblichen Suche in der Stadt nach Nahrung und vor allem Wasser und eine Nacht im Hotel La Grotta mit Papierwänden und äh nennen wir es „kreative Möglichkeiten, das Bad zu verschließen“. Dafür durften wir uns als Einzige das Rotkreuzmuseum des Ortes ansehen.

Dienstag jedoch durften auch wir nach weiteren drei Stunden Busfahrt unsere Zimmer im Hotel Elba in Rimini beziehen – direkt gegenüber der Carnaby Discothek und in etwa 200 Meter Entfernung zum Strand. NICE! Das wurde natürlich direkt für entspanntes Sonnen auf den Liegen unseres „eigenen“ Coco-Beach und den ersten Party-Abend genutzt. Let it rock!

Den frühen Mittwochmorgen nutzten einige Verrückte (allen voran ich selbst), um dem wunderschönen Sonnenaufgang über der Adria beizuwohnen und Fotos zu machen. Danach stand ein Halbtagesausflug nach San Marino auf dem Plan samt Gruppenfoto mit den anderen Seminargruppen. Danach fühlten wir uns alle ein wenig wie Bergziegen, denn es ist einfach genau so steil, wie ihr es euch vorstellt. Aber nachmittags wurden wir mit viel Zeit für Strand, Meer und Sonne belohnt und natürlich einem weiteren Party-Abend, sofern gewünscht.

Aber der Mittwochabend war die Ankündigung für Donnerstag: Der Himmel präsentierte sich uns in freundlichem Steingrau und bedachte uns mit einer himmlischen Gratisabkühlung – himmlisch ist hier leider sehr wörtlich zu nehmen... Aber das konnte uns nicht davon abhalten, Riminis Altstadt zu erkunden und uns einige Zeit im Einkaufszentrum der Stadt zu vertreiben. Zur Abendveranstaltung ging es dann wieder ins Carnaby. Diesmal sollten die Seminargruppen sich kleine Programmpunkte ausdenken; Und so ließen wir unsere Teamer Spongebob-Jonny, King Julien und nicht zu vergessen Pica-Caro um die Wette und ein von uns allen signiertes Spongebob-Kissen Karaoke singen. Natürlich nicht irgendein Lied! Barbie-Girl schien uns wie geschaffen, um uns allen Anwesenden so zu präsentieren, wie wir sind. Die Bewertung dieses Satzes überlasse ich euch :D Julien gewann diesen sehr ausgewogenen Contest der Extra-Klasse knapp.

Und schon brach der Freitag an. Selbst das Schreiben dieses Beitrages ging erstaunlich schnell – hoffentlich liest er sich nicht so viel schlechter ^^

Also wurden Koffer gepackt, bis 10.00 Uhr mussten wir die Zimmer verlassen und unser Gepäck konnten wir ins etwa 500 Meter entfernte Morfeo 2 bringen, in dem die anderen FSJ-Gruppen untergebracht waren. Zum Abschied wurde es nochmal ein wunderbar sonniger Tag, den wir für Strand, eine Tandem-Fahrrad-Rikscha-Rundfahrt und die gemeinsame Pizza-Party nutzten. Nach dem Abendessen bestiegen wir wieder unsere Busse Richtung Heimat. Hier begann das große Zurückschauen: Eine Seminarwochen- und eine FSJdigital-Gesamtauswertung mussten geschrieben, wie immer viele Listen ausgefüllt und Organisatorisches besprochen werden. UND unsere Abschlusszeitung wurde ausgeteilt, die zu größter Erheiterung unter allen führte. Besonders treffend in meinem Steckbrief: „Zitat: ‚Jungs kennt ihr schon meine App?‘“ Mehr gibt’s nicht zu sagen, oder? :D

Doch! Gerade nach dieser ereignisreichen Woche hatten wir wohl alle das Gefühl, diese Zeitung bildet nur einen viel zu kleinen Teil unserer Erlebnisse ab. Ab wir haben ja Blogbeiträge, Fotos und unsere Erinnerungen!

Deutschland empfing uns dann natürlich wie zum Hohn grau in grau mit Schmuddelwetter – wer wollte da nicht wieder zurück? Gegen 9 Uhr morgens endete unser Abenteuer dort, wo es begonnen hatte: Vor der Herrenstraße 20 hielt der Bus mit den weitgereisten Digis, schon erwartet von Eltern oder Freunden. In sechs Wochen werden wir uns alle zum letzten Mal sehen, wenn wir drei Tage für die AG Digitale Kampagne in Rochlitz zelten.

Der Blogbeitrag ist endlos, aber kürzer ging das nicht. Wer die Kurzfassung will und den langen Text übersprungen hat: Es war geil, es hat sich gelohnt und ich bin froh darüber, wie diese Bildungsfahrt verlaufen ist.

Kurzum: Spritzig, spaßig, kinetastisch!